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Das im Jahr 2024 erschienene Buch der NPR-Journalistin Rhaina Cohen hat einen Nerv getroffen. Es hinterfragt radikal unsere gesellschaftliche Fixierung auf die klassische Paarbeziehung. Das Buch entfacht einen Diskurs über die rechtliche und soziale Benachteiligung von tiefen Freundschaften und zeigt, wie eine Aufwertung platonischer Bindungen uns vor der modernen Einsamkeitsepidemie bewahren kann. In „„The Other Significant Others““ werden Freunde zu Ankern des Lebens.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Die Lüge der „Zwangszweisamkeit“: Unsere Gesellschaft zwingt uns in die Vorstellung, dass nur eine romantische Paarbeziehung uns vervollständigen kann. Diese Erwartungshaltung überlastet moderne Ehen und entwertet gleichzeitig tiefe, platonische Freundschaften.
Platonische Lebenspartnerschaften sind historisch normal: Was uns heute radikal erscheint – das Zusammenleben oder die gemeinsame Erziehung von Kindern mit Freunden – war in der Geschichte (etwa bei den „Boston-Ehen“) weit verbreitet und gesellschaftlich vollkommen anerkannt.
Fehlende rechtliche Anerkennung: Tiefe Freundschaften leiden unter rechtlicher Unsicherheit. Platonische Partner haben oft kein Recht auf Trauerurlaub oder medizinische Auskünfte, was bei Verlust zu „entrechteter Trauer“ führt.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Singles und „Solo-Ager“, da das Buch den Druck nimmt, sich zwingend romantisch binden zu müssen, und zeigt, wie Erfüllung in tiefen Freundschaften gelingt.
Menschen in romantischen Beziehungen, da es aufzeigt, wie man Druck von der eigenen Ehe nimmt, indem man emotionale Bedürfnisse auf ein breiteres Netzwerk verteilt.
Unkonventionelle Familien, da es alternative Lebensmodelle, Co-Parenting-Ansätze und rechtliche Strategien jenseits der klassischen Kleinfamilie beleuchtet.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Mehr als nur Freunde
Im Zentrum des Buches steht die platonische Lebenspartnerschaft – Beziehungen, die die Intensität und Verbindlichkeit einer Ehe besitzen, aber auf Freundschaft statt auf Romantik basieren. Cohen führt uns durch Lebensgeschichten von Menschen, die gemeinsam Häuser kaufen und Patientenverfügungen füreinander ausstellen, ohne jemals romantisch verwickelt zu sein. Diese Form der „anderen Lebensgefährten“ rüttelt an der Norm, dass der Ehepartner zwingend die einzige wahre Priorität im Leben sein müsse.
Die Fallstricke der Romantik-Exklusivität
Ein echter Aha-Moment ist die historische Perspektive: Erst in der jüngeren Geschichte wurde die sexuelle Romantik zum alleinigen Maßstab für intime Bindung erhoben. Cohen zeigt, wie die „Ganz-oder-gar-nicht-Ehe“ oft scheitert, weil wir von einer Person erwarten, bester Freund, Finanzpartner, Co-Elternteil und Liebhaber in einem zu sein. Die Verteilung emotionaler Lasten auf mehrere Schultern macht Beziehungen paradoxerweise deutlich robuster und krisenfester.
Eine neue Architektur der Liebe
Das Buch regt zum Weiterdenken an, indem es aufzeigt, wie Gesetze Menschen in platonischen Partnerschaften diskriminieren – vom verweigerten Krankenhauszugang bis hin zu Hürden bei Adoptionen. Cohens Werk ist ein Plädoyer dafür, das rechtliche Monopol der Ehe aufzubrechen und alternative Bindungsformen anzuerkennen. Es eröffnet die befreiende Perspektive, dass es weitaus mehr Wege zu Verbindung gibt, als uns Hollywood glauben machen will. Wahre Intimität braucht nicht zwangsläufig ein Schlafzimmer.
Das Buch in einem Satz
Ein inspirierendes Plädoyer dafür, tiefe Freundschaften als vollwertige Lebenspartnerschaften anzuerkennen und sich von dem gesellschaftlichen Zwang zu befreien, dass nur romantische Liebe unser Leben vervollständigen kann.
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