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Das im Jahr 2015 erschienene Werk von William MacAskill legte den Grundstein für die Denkweise des Effektiven Altruismus. Der Mitbegründer dieser Bewegung zeigt auf faszinierende Weise, wie uns unser Bauchgefühl beim Helfen oft in die Irre führt und wie wir stattdessen durch die Kombination von Herz und Verstand die bestmöglichen Ergebnisse erzielen. Sein Buch „„Doing Good Better““ hat eine ganze Generation von Philanthropen dazu inspiriert, Spendenbudgets und Karrieren schonungslos evidenzbasiert zu planen, um nicht nur Gutes zu tun, sondern das absolut Beste für die Menschheit zu erreichen.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Der 100x-Multiplikator: Wer in einem reichen Land lebt und mindestens 52.000 US-Dollar pro Jahr verdient, gehört global gesehen zum reichsten einen Prozent der Weltbevölkerung. Mit demselben Geldbetrag kann man im Leben eines Menschen in extremer Armut hundertmal mehr Gutes bewirken als im Leben eines Durchschnittsbürgers der westlichen Welt.
Das Konzept des kontrafaktischen Denkens: Um den wahren Wert einer guten Tat zu messen, muss man sich stets fragen: „Was wäre sonst passiert?“. Viele scheinbar edle Berufswahlen, wie etwa die des Arztes in einem reichen Land, retten netto kaum zusätzliche Leben, da die Position sonst von einem anderen, ähnlich fähigen Bewerber besetzt worden wäre.
Earning to Give (Verdienen, um zu geben): Für viele Menschen ist es moralisch wertvoller, eine hochbezahlte Karriere, etwa im Finanzwesen, anzustreben, um dann einen Großteil des Gehalts an extrem effektive Hilfsorganisationen zu spenden. Dies bewirkt oft ein Vielfaches mehr, als selbst direkt bei einer Organisation zu arbeiten.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Idealistische Studierende und Berufseinsteiger, weil es ihnen unkonventionelle, aber hocheffektive Karrierewege aufzeigt und sie ermutigt, wertvolles Career Capital aufzubauen, anstatt blind ihrer Leidenschaft zu folgen.
Spender und Philanthropen, weil es sie davor bewahrt, auf emotionale Werbekampagnen hereinzufallen, und ihnen stattdessen strenge Metriken für echte Wirksamkeit liefert.
Bewusste Konsumenten, weil es schonungslos entlarvt, warum Fairtrade-Kaffee oder ethischer Konsum global gesehen oft wenig helfen und sogar zu trügerischer Beruhigung des Gewissens führen können.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Kopf schlägt Bauchgefühl
Oft lassen wir uns beim Helfen von Emotionen leiten, was zwar gut gemeint ist, in der Realität jedoch katastrophal enden kann. Ein anschauliches Beispiel ist die Erfindung der PlayPump, ein Kinderkarussell, das beim Spielen Wasser pumpen sollte und Millionen an Spendengeldern von Prominenten und Stiftungen verschlang. Am Ende zeigte sich jedoch, dass das System weitaus teurer, anstrengender und ineffizienter als gewöhnliche Handpumpen war. MacAskill fordert daher, reine Empathie stets mit wissenschaftlicher Strenge und belastbaren Daten zu kombinieren. Nur wer die tatsächliche Wirksamkeit von Hilfsprojekten anhand harter Fakten kritisch hinterfragt, anstatt sich von emotionalen Geschichten blenden zu lassen, kann echten Schaden abwenden und maximale Hilfe leisten.
Fat-Tailed Distributions und die besten Chancen
Einer der größten Aha-Momente des Buches ist die Erkenntnis, dass die Wirksamkeit von Hilfsmaßnahmen nicht gleichmäßig verteilt ist, sondern extremen Ausschlägen folgt. Die besten Hilfsprogramme, wie etwa die kostengünstige Entwurmung von Schulkindern oder der Kauf von langlebigen Moskitonetzen gegen Malaria, sind nicht nur marginal besser, sondern oft hunderte Male effektiver als durchschnittliche Wohltätigkeitsprogramme. Anstatt Gelder impulsiv für Naturkatastrophen zu spenden, die bereits ein massives mediales Echo und somit viel Geld erhalten, sollten wir systematisch nach Themenfeldern suchen, die gewaltig im Ausmaß, stark vernachlässigt und nachweislich lösbar sind.
Eine neue Definition von Heldentum
Wir müssen uns von der romantisierten Vorstellung verabschieden, dass wir nur dann Gutes tun, wenn wir heldenhaft in direkten Kontakt mit Notleidenden treten. Die enorme gesellschaftliche Relevanz des Buches liegt in der Ermächtigung des Einzelnen, denn jeder Durchschnittsverdiener in der westlichen Welt hat die immense finanzielle Macht, im Laufe seines Lebens systematisch Hunderte von Leben zu retten. Wenn wir unsere altruistischen Impulse intelligent lenken, unsere Karrieren bedacht planen und auf evidenzbasierte Organisationen setzen, eröffnet sich uns eine historische Chance, extreme Armut effektiv zu bekämpfen und die drängendsten globalen Probleme unserer Zeit zu lösen.
Das Buch in einem Satz
Eine datenbasierte Anleitung, wie wir unsere begrenzten Ressourcen an Zeit und Geld schonungslos rational einsetzen können, um den größtmöglichen positiven Einfluss auf die Welt zu haben.
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