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In seinem 2024 erschienenen Bestseller „Generation Angst: Wie wir unsere Kinder an die virtuelle Welt verlieren und ihre psychische Gesundheit aufs Spiel setzen“ (im Englischen Original: „The Anxious Generation“) untersucht der Sozialpsychologe Jonathan Haidt den drastischen, weltweiten Anstieg psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen seit den frühen 2010er Jahren. Er liefert eine datenbasierte Analyse darüber, wie die „Great Rewiring“ (die große Neuverdrahtung) der Kindheit – weg vom freien Spiel, hin zum Smartphone – eine Epidemie von Angstzuständen und Depressionen auslöste, und bietet konkrete Lösungen für Eltern und Gesellschaft an.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Diese Einsichten erklären, warum die Generation Z (geboren nach 1995) mit nie dagewesenen psychischen Problemen kämpft.
Die Kindheit wurde „neu verdrahtet“: Zwischen 2010 und 2015 vollzog sich ein fundamentaler Wandel von einer „spielbasierten Kindheit“ zu einer „telefonbasierten Kindheit“. Dieser Übergang korreliert exakt mit dem massiven Anstieg von Angststörungen, Depressionen und Selbstverletzungen bei Jugendlichen weltweit.
Überbehütung in der Realität, Vernachlässigung im Netz: Während wir Kinder in der physischen Welt zunehmend einschränken und vor kleinen Risiken schützen („Safetyism“), lassen wir sie in der virtuellen Welt völlig schutzlos. Wir haben Kinder quasi auf den „Mars“ geschickt – eine Umgebung, für die sie evolutionär nicht geschaffen sind.
Vier fundamentale Schäden: Die ständige Smartphone-Nutzung verursacht vier Hauptprobleme, die die Entwicklung blockieren: sozialer Entzug (weniger Treffen mit Freunden), Schlafentzug, Aufmerksamkeitsfragmentierung und Sucht.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Eltern von Kindern jeden Alters, um zu verstehen, warum der Aufschub von Smartphones und Social Media (z. B. bis 14 bzw. 16 Jahre) für die Gehirnentwicklung essenziell ist.
Lehrkräfte und Schulleitungen, da Haidt evidenzbasierte Argumente liefert, warum handyfreie Schulen nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das soziale Miteinander und die psychische Gesundheit verbessern.
Mitglieder der Gen Z, die verstehen möchten, warum sie sich oft ängstlicher, einsamer und fragmentierter fühlen als vorherige Generationen.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Die große Transformation: Vom Spielplatz zum Bildschirm
Haidt beschreibt eindrücklich, wie die Kombination aus Smartphone (ab ca. 2010 allgegenwärtig) und Social Media (mit Like-Buttons und Algorithmen) eine toxische Mischung erzeugte. Kinder sind von Natur aus „antifragil“; sie wachsen an Herausforderungen und benötigen freies, unbeaufsichtigtes Spiel, um soziale Kompetenzen und Resilienz zu entwickeln. Die telefonbasierte Kindheit fungiert jedoch als „Erfahrungsblocker“. Sie verhindert genau jene physischen, synchronen Interaktionen („Attunement“), die für eine gesunde menschliche Entwicklung notwendig sind. Stattdessen werden Kinder in eine körperlose Welt gezogen, die Vergleiche fördert und Suchtverhalten belohnt.
Unterschiedliche Gefahren für Jungen und Mädchen
Ein entscheidendes Aha-Moment ist die differenzierte Betrachtung der Geschlechter. Mädchen leiden überproportional unter visuellen Plattformen wie Instagram und TikTok. Sie sind anfälliger für sozialen Vergleich, Perfektionismus und relationale Aggression (z. B. Ausschluss, Cybermobbing), was Depressionen und Angststörungen massiv befeuert. Jungen hingegen ziehen sich eher in die Welt der Videospiele und der Internet-Pornografie zurück. Dies führt weniger zu Depressionen als vielmehr zu einem „Failure to Launch“ – einer Entkopplung von der realen Welt, Motivationsverlust und Einsamkeit, da virtuelle Erfolge keine echten Kompetenzen für das Erwachsenenleben aufbauen.
Der Weg zurück: Kollektives Handeln ist möglich
Die gute Nachricht ist: Wir sind nicht machtlos. Haidt schlägt vier konkrete Normen vor, um die Kindheit zu „erden“: Keine Smartphones vor der Highschool (ca. 14 Jahre), kein Social Media vor 16, komplett handyfreie Schulen (Geräte weggeschlossen, nicht nur in der Tasche) und viel mehr Unabhängigkeit und freies Spiel in der realen Welt. Es handelt sich um ein kollektives Handlungsproblem: Wenn nur ein Elternteil dem Kind das Handy verbietet, fühlt sich das Kind ausgeschlossen. Wenn wir jedoch gemeinsam Normen ändern – unterstützt durch Schulen und Gesetzgeber –, sinkt der Druck auf den Einzelnen, und die psychische Gesundheit aller Jugendlichen profitiert.
Das Buch in einem Satz
Wir haben eine Generation durch Überbehütung in der realen Welt und völlige Schutzlosigkeit in der virtuellen Welt in eine psychische Krise gestürzt, können dies aber durch kollektive Normen wie spätere Smartphone-Nutzung und mehr freies Spiel wieder umkehren.
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