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Das Buch “Links-grüne Meinungsmacht” von Julia Ruhs, erschienen 2025, ist eine persönliche und zugleich scharfsinnige Auseinandersetzung der Journalistin mit ihrem eigenen Berufsstand und der tiefen Vertrauenskrise der Medien. Ruhs, die sich selbst als liberal-konservativ verortet, beleuchtet, wie die vermeintlich “links-grüne” Dominanz in Redaktionen und im öffentlichen Diskurs zur Entfremdung großer Teile der Bevölkerung geführt hat. Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen, die von heftigen Shitstorms nach migrationskritischen oder Gender-kritischen Kommentaren geprägt sind, sowie auf zahllosen Leserzuschriften, untersucht sie die Mechanismen, die zur Spaltung unseres Landes beitragen und warum gemäßigt konservative Positionen heute schnell als “rechts” etikettiert werden. Das Buch soll Nachwuchsjournalisten Mut machen und Bürger erreichen, die den etablierten Medien misstrauen.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Der verengte Meinungskorridor und journalistische Herdentrieb: Journalisten neigen dazu, sich in einem engen, homogenen Meinungsspektrum zu bewegen. Studien belegen, dass eine große Mehrheit der Journalisten den Grünen und der SPD zuneigt (mit den Grünen oft an erster Stelle). Dies führt zu einem “Mainstream-Denken” und einer Selbstzensur aus Angst, von Kollegen kritisiert oder als Außenseiter betrachtet zu werden, was das Ausleuchten anderer gesellschaftlicher Perspektiven verhindert.
Die Macht der Reaktanz als politische Triebkraft: Der Versuch der medialen Bevormundung oder des “Erziehungsjournalismus” löst bei vielen Bürgern einen Trotzreflex aus, das psychologische Phänomen der Reaktanz. Wenn Meinungen als “unerlaubt” deklariert oder moralisch unter Druck gesetzt werden, reagieren die Betroffenen oft mit Widerstand oder tun genau das Gegenteil des Erwünschten (”Jetzt erst recht!”). Die Autorin ist überzeugt, dass der Erfolg rechtspopulistischer Parteien (wie der AfD) maßgeblich durch diese Überformung der Debatte gefördert wird.
Der Bruch zwischen Journalisten-Blase und Bevölkerung: Journalisten stammen heute überwiegend aus akademischen, urbanen Milieus. Diese Entkopplung von der Lebensrealität des Durchschnittsbürgers (der oft nicht-akademisch ist und ländlicher lebt) führt dazu, dass viele Themen, die für die Mehrheit selbstverständlich sind (z.B. Kritik am Gendern, Sorgen wegen Migration), von den Medien als “rückständig” oder “moralisch fragwürdig” gerahmt werden. Dies treibt die Bürger, die sich unverstanden fühlen, zu alternativen Medien, was die Spaltung weiter vertieft.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Journalisten und Nachwuchsjournalisten (insbesondere im ÖRR): Die Autorin spricht junge Kollegen direkt an und ermutigt sie, sich nicht dem Konformitätsdruck anzupassen. Das Buch dient als “inneres Korrektiv”, indem es die Mechanismen des Herdentriebs und der Eliten-Koorientierung im Journalismus beleuchtet.
Bürger, die sich medial bevormundet und ausgegrenzt fühlen: Das Buch liefert Erklärungen und Validierung für das Gefühl des Vertrauensverlustes und der mangelnden Meinungsfreiheit, insbesondere bei bürgerlich-konservativen Sympathisanten oder AfD-Wählern. Es zeigt auf, dass ihre Ansichten “da draußen” oft die Mehrheit darstellen, auch wenn sie medial kaum vorkommen.
Interessierte an politischer Kommunikation und Polarisierung: Leser erhalten Einblicke in die psychologischen Dynamiken der Debatte (Reaktanz, Schweigespirale) und lernen, wie Medien in Krisenzeiten (Flüchtlingskrise, Corona, Ukraine) unkritisch auf Regierungslinien einschwenkten.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Die Entstehung der Vertrauenskrise
Julia Ruhs beschreibt, dass in weiten Teilen der Bevölkerung ein tiefes Unwohlsein mit der Berichterstattung herrscht, die oft als “Meinungslenkung” oder “Erziehungsjournalismus” empfunden wird. In ihrer Analyse zeigt die Autorin, dass viele Journalisten ihre Aufgabe darin sehen, für das “Gute” zu kämpfen. Dieses Selbstverständnis als “Retter der Demokratie” oder Verfechter des Klimaschutzes führt zum sogenannten Haltungsjournalismus. Wer von der vorherrschenden, oft linksliberalen oder grünen Position abweicht, riskiert, schnell als “rechts”, “reaktionär” oder “unanständig” etikettiert und aus dem Diskurs gedrängt zu werden. Dieser Zustand führt zu einem massiven Vertrauensverlust: Schockierende 23 Prozent der Befragten stimmen einer Studie zufolge zu, dass etablierte Medien und Politik Hand in Hand arbeiten, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.
Moralisierung, Konsens und der unbeabsichtigte Erfolg der AfD
Die Autorin illustriert anhand persönlicher Erfahrungen und Leserzuschriften, wie “links-grüne Besserwisserei” und die Moralisierung politischer Debatten den echten Austausch ersticken. Die Welt wird in eine Gut-Böse-Schablone gepresst, wobei Moral oft als “billiger Ersatz für Argumente” dient, um Andersdenkende schnell mundtot zu machen. Ein kritischer Punkt ist die Entkopplung der Journalisten-Blase, die oft akademisiert und urban ist, und dadurch die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Mehrheitsgesellschaft ignoriert. Der Mangel an publizistischer Aufmüpfigkeit und der “vorauseilende Gehorsam” gegenüber der Regierung (insbesondere während der Flüchtlingskrise 2015/16 und der Coronapandemie) haben das Vakuum geschaffen, das alternative Medien füllen. Paradoxerweise profitiert die AfD enorm von der Reaktanz der Bürger, die die ständigen Belehrungen satt haben, was sich beispielsweise im “Aiwanger-Effekt” bei der bayerischen Landtagswahl 2023 manifestierte.
Für eine streitbare Demokratie und mehr Empathie
Die Konsequenz des medialen Bruchs ist, dass sich die Bevölkerung in separate mediale Universen zurückzieht. Während Grünen-Wähler dem ÖRR am meisten vertrauen, informieren sich AfD-Wähler überdurchschnittlich oft über alternative Medien. Die gefühlte Meinungsfreiheit hat einen Tiefpunkt erreicht, da Menschen soziale Sanktionen fürchten, wenn sie unpopuläre Meinungen äußern. Ruhs fordert, dass Journalisten wieder zu ihrer Rolle als neutrale Beobachter zurückkehren. Es ist notwendig, Empathie auch für jene Teile der Gesellschaft zu zeigen, deren Ansichten man nicht teilt, um sie nicht in extremistische Nischen zu treiben. Denn eine Demokratie ohne streitbare, kontroverse Meinungen ist keine mehr. Das Buch endet mit dem Plädoyer: “Offene, kontroverse Debatten sind kein Risiko für die Demokratie – sie sind ihr Motor.”.
Das Buch in einem Satz
Links-grüne Meinungsmacht und journalistischer Herdentrieb führen zum Vertrauensverlust der etablierten Medien und zur Spaltung der Gesellschaft.
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