Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast
Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast
Robert Plomin – Blueprint
0:00
-30:57

Paid-Episode

Die vollständige Episode ist nur für Paid-Abonnenten von Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast verfügbar.

Robert Plomin – Blueprint

Die DNA-Revolution: Warum Gene uns zu dem machen, was wir sind.

Dieser Buchdialog ist ein Bezahlinhalt. Als kostenloser Abonnent kannst Du einmalig einen solchen freischalten lassen.

Erschienen im Jahr 2018, präsentiert Robert Plomin, ein Psychologe mit 45 Jahren Erfahrung in der Genetikforschung, eine radikale These: Die DNA ist der Bauplan unserer Individualität. Plomin ist ein Verfechter des Wandels, den er als DNA-Revolution bezeichnet, da die Fortschritte in der persönlichen Genomik es ermöglichen, psychologische Stärken und Schwächen von Geburt an vorherzusagen. Er argumentiert, dass die Genetik der wichtigste Faktor bei der Gestaltung dessen ist, wer wir sind, und dass diese Erkenntnisse weitreichende Implikationen für die Psychologie, die Gesellschaft und unser Selbstverständnis haben.

3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch

  • Genetik ist der wichtigste systematische Einfluss. Die Genetik erklärt etwa 50 Prozent der psychologischen Unterschiede zwischen uns, was mehr ist als alle anderen Faktoren zusammen. Dieses Ergebnis gilt für alle psychologischen Merkmale, von der geistigen Gesundheit bis hin zu geistigen Fähigkeiten und der Persönlichkeit (bekannt als das “Erste Gesetz der Verhaltensgenetik”: Alle psychologischen Merkmale zeigen einen signifikanten und substanziellen genetischen Einfluss).

  • Die Erziehung ist selbst genetisch beeinflusst (”The Nature of Nurture”). Umweltmaße, die in der Psychologie verwendet werden, wie die Qualität der Erziehung, die soziale Unterstützung oder Lebensereignisse, weisen einen signifikanten genetischen Einfluss auf. Wir wählen, verändern und gestalten unsere Erfahrungen teilweise auf der Grundlage unserer genetischen Neigungen. Daher ist die Korrelation zwischen Umweltfaktoren und psychologischen Merkmalen typischerweise zur Hälfte genetisch bedingt.

  • Die geteilte familiäre Umwelt spielt keine Rolle für unsere Unterschiede. Die Umweltfaktoren, die von Familienmitgliedern geteilt werden (die “geteilte Erziehung” oder “shared environment”), haben nur einen vernachlässigbaren systematischen Einfluss auf individuelle Unterschiede in psychologischen Merkmalen (wie Persönlichkeit oder geistige Fähigkeiten nach der Adoleszenz). Stattdessen sind die Umwelteinflüsse, die uns unterschiedlich machen, meist zufällig, unsystematisch und instabil (”Non-shared Environment”).

Für wen ist das Buch besonders interessant?

  • Eltern und Erzieher: Das Buch bietet eine “befreiende Botschaft”, die Eltern von der Illusion befreit, dass der zukünftige Erfolg eines Kindes davon abhängt, wie stark sie es drängen. Die Erkenntnisse legen nahe, dass Kinder keine “Tonklumpen” sind, die geformt werden können. Stattdessen sollten Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, herauszufinden, wer sie genetisch sind.

  • Psychologen, Psychiater und Kliniker: Die Forschungsergebnisse fordern eine radikale Neubewertung der Psychologie, die historisch vom Environmentalismus dominiert wurde. Das Buch präsentiert Befunde, die die traditionelle “Entweder-oder”-Diagnose psychischer Störungen ablehnen (”Anormal ist Normal”), und zeigt auf, wie Polygenetische Scores die Identifizierung, Prävention und Behandlung psychischer Probleme transformieren werden.

  • Personen, die sich für Selbstverständnis, Gesellschaftspolitik und Genomik interessieren: Das Werk vermittelt die notwendige DNA-Kompetenz (”DNA literacy”) und fördert die Toleranz für andere und für sich selbst, indem es den enormen Einfluss der Genetik auf individuelle Unterschiede hervorhebt. Es beleuchtet zudem die kontroversen Implikationen der Genetik für Chancengleichheit und Meritokratie.

Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst

Die Allgegenwart des genetischen Bauplans

Das Buch markiert den Übergang von indirekten genetischen Forschungsmethoden (wie Zwillings- und Adoptionsstudien) zur direkten Genomik. Die zentrale Aussage ist, dass vererbte DNA-Unterschiede die Hauptursache für unsere psychologische Individualität sind. Während die Psychologie lange Zeit annahm, dass die Umwelt und insbesondere die Familie der Schlüsselfaktor sei, belegen Jahrzehnte der Forschung, dass die Heritabilität aller psychologischen Merkmale – von Gesundheit und Krankheit bis hin zu Intelligenz und Persönlichkeit – im Durchschnitt bei etwa 50 Prozent liegt. Die Genetik ist somit die weitaus wichtigste systematische Kraft, die uns prägt.

Die Illusion der Erziehung und die Macht der Vorhersage

Eine der überraschendsten Entdeckungen ist die sogenannte “Natur der Erziehung”. Die Umwelt ist nicht etwas, das uns passiv widerfährt; vielmehr nehmen wir Erfahrungen aktiv wahr, wählen sie aus, verändern sie und schaffen sie in Übereinstimmung mit unseren genetischen Veranlagungen. Beispielsweise basieren Korrelationen zwischen Erziehungsstilen und den Entwicklungsergebnissen von Kindern oft zur Hälfte auf der Genetik, da Eltern auf genetisch bedingte Unterschiede ihrer Kinder reagieren. Die Umweltfaktoren, die uns unterscheiden, sind im Wesentlichen zufällig, unsystematisch und haben keine dauerhaften Auswirkungen.

Die DNA-Revolution macht diese Erkenntnisse durch Polygenetische Scores (PGS) persönlich. PGS kombinieren die winzigen Effekte Tausender von DNA-Unterschieden, um individuelle genetische Neigungen vorherzusagen. Diese genetischen Vorhersagen sind kausal und stabil von Geburt an. Beispielsweise können PGS bereits 7% der Varianz des Schizophrenie-Risikos und 11% der Varianz von Schulleistungen vorhersagen – dies ist genauer als die meisten traditionellen Prädiktoren wie der sozioökonomische Status der Familie oder Schulqualität.

Kausale Erkenntnisse und das Ende der Diagnose

Die Vorhersagekraft von PGS wird die klinische Psychologie transformieren. Sie untermauert die Erkenntnis, dass “Anormal Normal ist”. Psychische Probleme (wie Depressionen oder Schizophrenie) sind keine eigenständigen Krankheiten, sondern lediglich die quantitativen Extreme einer normalen Verteilung genetischer Risiken. Da PGS bereits von Geburt an individuelle genetische Risiken aufzeigen, ermöglichen sie zukünftig individuell zugeschnittene Präventions- und Interventionsstrategien, anstatt nur auf Symptome zu warten.

Auf gesellschaftlicher Ebene impliziert die hohe Heritabilität, dass die Schaffung von Chancengleichheit nicht zwangsläufig zu Ergebnissgleichheit führt. Plomin argumentiert, dass eine höhere Heritabilität sogar als Indikator für größere Chancengleichheit gesehen werden kann, da Umweltvorteile und -nachteile weniger Einfluss nehmen. Er plädiert dafür, die genetischen Unterschiede zu erkennen und zu respektieren und sich von der Fixierung auf Meritokratie hin zu einer gerechten Gesellschaft zu bewegen.

Das Buch in einem Satz

Die DNA ist der wichtigste und stabilste Faktor, der uns prägt, während die systematische Wirkung der Erziehung überschätzt wird, und Polygenetische Scores das Schicksal unserer psychologischen Individualität von Geburt an vorhersagen können.

Dieses Buch kaufen: Amazon1

1

Affiliate / Anzeige: Wenn du über diesen Link kaufst, erhalten wir eine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert.

Avatar von User

Lesen Sie diesen Post dank Buchdialoge.de 📚 kostenlos weiter.