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In seinem 2025 erschienenen Enthüllungsbuch „Inside Tagesschau“ gewährt der langjährige ARD-aktuell-Redakteur Alexander Teske einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung. Teske, der selbst sechs Jahre lang im Maschinenraum der Macht als Planer arbeitete, beschreibt eine Redaktion, die sich zunehmend von der Lebensrealität der Zuschauer entfernt hat. Das Buch hat eine hitzige Debatte über die Neutralität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und den schmalen Grat zwischen Berichterstattung und Aktivismus ausgelöst.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Teske liefert Innenansichten, die das Vertrauen in die „Macht um Acht“ auf die Probe stellen:
Homogenität erzeugt blinde Flecken: Die Redaktion ist überwiegend westdeutsch, akademisch und politisch links-grün geprägt. Ostdeutsche, Menschen mit Arbeiterhintergrund oder konservative Stimmen fehlen fast völlig in Entscheidungspositionen. Dies führt dazu, dass Themen wie die Sorgen der Ostdeutschen oder Probleme durch Migration oft ignoriert oder herablassend behandelt werden.
Haltung statt Neutralität: Viele Redakteure verstehen sich nicht mehr als neutrale Beobachter, sondern als Aktivisten für die „gute Sache“. Dies zeigt sich im „Framing“ von Nachrichten, etwa beim Umgang mit der AfD, die entweder ignoriert oder fast ausschließlich negativ dargestellt wird, oder beim Verschweigen von Herkunftsinformationen bei Straftaten.
Quote schlägt Relevanz: Entgegen dem eigenen Anspruch findet eine massive Boulevardisierung statt. Um die Einschaltquoten zu halten, dominieren „Soft News“ wie das britische Königshaus, Wetterphänomene oder eine vermeintliche Löwin in Berlin die Sendung, während komplexe politische Themen wie der Welthunger oder wichtige Auslandsnachrichten weichen müssen.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Medienkritiker und Skeptiker, die verstehen wollen, wie Nachrichten ausgewählt und gewichtet werden und warum sie sich oft „erzieherisch“ fühlen.
Befürworter des ÖRR, die wissen müssen, an welchen strukturellen Problemen (wie der „Kleinstaaterei“ der Landesrundfunkanstalten) das System krankt.
Politisch Interessierte, insbesondere aus Ostdeutschland, die nachvollziehen wollen, warum ihre Perspektive in den Leitmedien oft fehlt oder verzerrt dargestellt wird.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Die Blase in Hamburg-Lokstedt
Alexander Teske beschreibt die Tagesschau-Redaktion als einen elitären Zirkel, der sich weitgehend aus demselben sozio-kulturellen Milieu rekrutiert. Die Entscheidungsträger, die sogenannten Chefs vom Dienst, sind fast ausschließlich Westdeutsche ohne Migrationshintergrund, die seit Jahrzehnten auf ihren Stühlen sitzen. Diese Homogenität führt zu einer „gefärbten Brille“: Themen wie Gendern, Klimaschutz oder der Kampf gegen Rechts werden priorisiert, während Inflation, die Nöte von Geringverdienern oder die Perspektive der Ostdeutschen als nachrangig gelten. Teske illustriert dies drastisch am Beispiel des „Hutbürgers“, der medial aufgebauscht wurde, um das Narrativ des „Dunkeldeutschlands“ zu bedienen, während linksextreme Vorfälle oft bagatellisiert werden.
Wenn Erziehung den Journalismus ersetzt
Ein Kernvorwurf des Autors ist der Verlust der journalistischen Distanz. Teske schildert, wie Redakteure stolz darauf sind, an Demonstrationen teilzunehmen, über die sie später berichten. Er zeigt auf, wie Nachrichten gezielt platziert oder weggelassen werden, um ein bestimmtes Weltbild zu stützen. So werden Straftaten von Migranten oft nur zögerlich oder gar nicht gemeldet, um keine Vorurteile zu schüren, während der „Kampf gegen Rechts“ prominente Sendeplätze erhält. Auch der „Faktenfinder“ der Tagesschau wird als Instrument entlarvt, das weniger Fakten checkt, als vielmehr unliebsame Meinungen diskreditiert.
Boulevardisierung und strukturelles Versagen
Neben der politischen Schlagseite kritisiert Teske die Ineffizienz und Boulevardisierung der ARD. Er beschreibt absurde Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Sendern (WDR vs. HR), die eine schnelle Berichterstattung bei Katastrophen verhindern. Besonders bitter stößt ihm auf, wie Ressourcen für irrelevante Themen verschwendet werden: Tagelange Sondersendungen zum Tod der Queen oder Berichte über eine entlaufene „Löwin“, die sich als Wildschwein entpuppt, verdrängen relevante Weltpolitik. Gleichzeitig werden ganze Regionen wie die Sahelzone oder Südamerika journalistisch vernachlässigt, weil das Korrespondentennetz starr und ungerecht verteilt ist.
Das Buch in einem Satz
Ein ehemaliger Insider rechnet detailliert mit der strukturellen Arroganz, der politischen Einseitigkeit und der zunehmenden Boulevardisierung der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung ab.
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