Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast
Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast
Steven Pinker – The Sense of Style
0:00
-14:19

Paid-Episode

Die vollständige Episode ist nur für Paid-Abonnenten von Buchdialoge 📚 Zusammenfassungen per Podcast verfügbar.

Steven Pinker – The Sense of Style

Warum intelligente Menschen oft schlecht schreiben

Dieser Buchdialog ist exklusiv für unsere Vollabonnenten. Du kannst ihn jedoch jetzt 14 Tage kostenlos probehören und damit unser gesamtes Archiv freischalten.

In seinem 2014 erschienenen Buch „The Sense of Style: The Thinking Person’s Guide to Writing in the 21st Century“ nähert sich der renommierte Psycholinguist und Kognitionswissenschaftler Steven Pinker dem Thema Schreiben nicht mit dem Zeigefinger eines strengen Lehrers, sondern mit der Neugier eines Wissenschaftlers. Pinker hinterfragt die verstaubten Dogmen klassischer Stilfibeln wie Strunk & White und analysiert stattdessen, wie Sprache unser Gehirn tatsächlich erreicht. Das Buch hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die moderne Schreibdidaktik, da es logische Erklärungen statt blinder Regeln liefert und zeigt, warum guter Stil nicht nur Regelkonformität, sondern Empathie für den Leser bedeutet.

3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch

Diese Konzepte helfen Ihnen, die Mechanismen hinter verständlicher Prosa zu verstehen:

  • Der „Fluch des Wissens“ ist der Hauptgrund für schlechte Texte: Experten vergessen oft, wie es ist, etwas nicht zu wissen. Sie nutzen Fachjargon und Abstraktionen, weil diese Begriffe für sie mentale Abkürzungen („Chunks“) sind, während der Leser nur Bahnhof versteht. Gute Autoren müssen diesen egozentrischen Bias aktiv überwinden.

  • Der „Klassische Stil“ als Ideal: Gutes Schreiben funktioniert wie ein Fenster zur Welt. Der Autor positioniert sich so, dass er dem Leser eine objektive Wahrheit zeigt. Es ist ein Gespräch unter Ebenbürtigen, bei dem der Autor die Aufmerksamkeit des Lesers lenkt, um ihm etwas Konkretes zu zeigen, anstatt nur darüber zu dozieren.

  • Grammatikregeln dienen der Klarheit, nicht dem Selbstzweck: Viele Schulregeln (z. B. „Kein Passiv verwenden“ oder „Sätze nie mit Und beginnen“) sind Mythen oder veraltete Folklore. Pinker zeigt, dass Werkzeuge wie das Passiv essenziell sein können, um den Informationsfluss zu steuern und den Leser nicht zu verwirren.

Für wen ist das Buch besonders interessant?

  • Akademiker und Experten, die ihren „Fachchinesisch“-Stil (Academese) ablegen und ihre komplexen Ideen einem breiteren Publikum zugänglich machen wollen.

  • Journalisten und Blogger, die verstehen wollen, wie Syntax und Wortwahl die Lesbarkeit und das Verständnis ihrer Artikel direkt beeinflussen.

  • Jeden, der schreiben muss, sei es für E-Mails, Berichte oder Essays, und der sich von unsinnigen Grammatik-Zwängen befreien möchte, um klarer und natürlicher zu kommunizieren.

Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst

Die Architektur des Verstehens – Vom Netz zum Baum zur Kette

Schreiben ist ein unnatürlicher Akt: Wir müssen ein komplexes Netz aus Ideen, das in unserem Kopf existiert, in eine lineare Kette von Wörtern übersetzen. Damit der Leser diese Kette zurück in Gedanken verwandeln kann, nutzen wir die Syntax (Satzbau). Pinker erklärt dies mit dem Bild von Bäumen: Sätze haben eine hierarchische Struktur. Um leserfreundlich zu schreiben, müssen wir diese „Syntax-Bäume“ so gestalten, dass sie das Arbeitsgedächtnis des Lesers nicht überlasten. Das bedeutet zum Beispiel, rechtsverzweigte Sätze zu bevorzugen (Ergänzungen am Ende), statt den Leser mit langen Einschüben am Satzanfang warten zu lassen, bis er weiß, worum es eigentlich geht.

Werkzeuge für Klarheit – Kampf den Zombie-Nomen

Ein Aha-Moment des Buches ist der Kampf gegen sogenannte „Zombie-Nomen“ (Nominalisierungen). Statt zu sagen „Wir beschlossen die Bestätigung des Plans“, schreiben Sie lieber „Wir bestätigten den Plan“. Diese Substantivierungen saugen das Leben aus dem Text, weil sie die handelnden Akteure verschleiern. Ein weiteres wichtiges Detail ist die strategische Nutzung des Passivs. Entgegen der landläufigen Meinung, das Passiv sei immer schlecht, zeigt Pinker, dass es unverzichtbar ist, um den Fokus zu steuern. Es erlaubt dem Autor, bekannte Informationen (Given) vor neue Informationen (New) zu stellen, was den Lesefluss (Arc of Coherence) massiv verbessert. So führt man den Leser logisch von einem Gedanken zum nächsten, ohne ihn abrupten Themenwechseln auszusetzen.

Wider den Pedantismus – Ein Plädoyer für gesunden Menschenverstand

Zum Abschluss räumt Pinker mit der „Grammatik-Polizei“ auf. Er unterscheidet zwischen echten Regeln, die Missverständnisse verhindern, und bloßen „Bubbe Meises“ (Ammenmärchen), die von selbsternannten Sprachwächtern am Leben gehalten werden. Ob es um das Splitten von Infinitiven geht oder den Gebrauch von „who“ und „whom“ – Pinker plädiert dafür, Dinge nachzuschlagen und sich an der Nutzung durch exzellente Autoren zu orientieren, statt blind veralteten Vorschriften zu folgen. Wahre sprachliche Korrektheit dient der Klarheit und der Schönheit der Welt, nicht dem elitären Ausschluss anderer. Der Schlüssel liegt darin, den Text immer wieder zu überarbeiten, um dem Leser die Arbeit abzunehmen.

Das Buch in einem Satz

Gutes Schreiben basiert nicht auf dem Befolgen dogmatischer Regeln, sondern auf Empathie für den Leser und der Fähigkeit, durch klares Denken und psychologisches Verständnis den „Fluch des Wissens“ zu überwinden.

Dieses Buch kaufen: Amazon1

1

Affiliate / Anzeige: Wenn du über diesen Link kaufst, erhalten wir eine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert.

Avatar von User

Lesen Sie diesen Post dank Buchdialoge.de 📚 kostenlos weiter.