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Dieses im Jahr 2023 erschienene Werk „A Brief History of Intelligence“ ist eine faszinierende Reise durch 4 Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte. Der KI-Unternehmer und Forscher Max Bennett verknüpft darin neueste neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Das Buch bietet einen völlig neuen Rahmen, um zu verstehen, wie unser Gehirn funktioniert, und liefert entscheidende Impulse für die Debatte, ob und wann KI jemals wahres menschliches Bewusstsein erlangen kann.
3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch
Diese Aspekte verdeutlichen die evolutionäre Logik hinter unserem Verstand:
Intelligenz entstand in fünf revolutionären Durchbrüchen: Bennett zeigt, dass unser Gehirn nicht einfach nur „gewachsen“ ist, sondern fünf spezifische Innovationssprünge durchlief: Lenken (bei Würmern), Verstärken (bei Fischen), Simulieren (bei Säugetieren), Mentalisieren (bei Primaten) und Sprechen (bei Menschen). Jeder Schritt baute auf dem vorherigen auf.
Der Neocortex ist eine Simulationsmaschine: Einer der wichtigsten Momente der Evolution war die Entwicklung des Neocortex bei frühen Säugetieren. Er ermöglichte es Lebewesen erstmals, Handlungen nicht nur auszuführen, sondern sie vorher mental durchzuspielen – die Geburtsstunde von Planung und Vorstellungskraft.
Sprache ist das Betriebssystem des „Hive Mind“: Menschliche Sprache entwickelte sich nicht primär zum Austausch von Fakten, sondern um innere Simulationen (Gedanken) auf andere zu übertragen. Dies ermöglichte es uns, Wissen über Generationen hinweg zu akkumulieren – ein Feature, das uns einzigartig macht und das heutigen Sprachmodellen (LLMs) in seiner fundamentalen Tiefe noch fehlt.
Für wen ist das Buch besonders interessant?
Technologie- und KI-Interessierte, die verstehen wollen, warum aktuelle KIs wie ChatGPT zwar beeindruckend sind, aber grundlegende biologische Mechanismen (wie ein Weltmodell) oft noch vermissen lassen.
Fans von Populärwissenschaft und Evolution, die eine strukturierte Antwort auf die Frage suchen, was den Menschen kognitiv vom Tier unterscheidet – und was uns verbindet.
Psychologie-Begeisterte, die lernen möchten, warum wir Emotionen haben, warum wir bereuen und wie unsere sozialen Instinkte tief in unserer biologischen Vergangenheit verwurzelt sind.
Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst
Die fünf Stufen zur Menschlichkeit
Bennett bricht die komplexe Hirnforschung auf ein verständliches Modell herunter: die „Five Breakthroughs“. Du lernst, dass Intelligenz mit dem simplen Lenken (Steering) begann, als frühe Bilaterier (zweiseitige Tiere) lernten, sich auf „Gutes“ zuzubewegen und „Schlechtes“ zu meiden. Darauf folgte das Verstärken (Reinforcing) bei Wirbeltieren, die durch Dopamin lernten, Erfolge zu wiederholen. Der Autor erklärt präzise, dass Dopamin ursprünglich kein „Glückshormon“ war, sondern ein Signal für Erwartung und Antrieb. Diese evolutionäre Reise hilft Dir zu verstehen, dass unser modernes Denken auf uralten Mechanismen basiert, die ursprünglich nur dazu dienten, Futter zu finden oder Fressfeinden zu entkommen.
Das „Imaginarium“ in Deinem Kopf
Ein absoluter Aha-Moment des Buches ist die Erklärung des Simulierens. Während Reptilien oft nur im Hier und Jetzt reagieren, entwickelten frühe Säugetiere den Neocortex, um mögliche Zukünfte zu simulieren. Bennett beschreibt anschaulich, wie eine Ratte an einer Weggabelung innehält und stellvertretend verschiedene Pfade im Kopf abläuft (Vicarious Trial and Error). Das bedeutet: Wir Menschen können uns Dinge vorstellen, die nicht existieren, und wir können kontrafaktisch denken („Hätte ich doch bloß...“). Diese Fähigkeit zur Simulation ist der Kern unserer Kreativität und Planung – und genau das Element, das reinen „Trial-and-Error“-Maschinen fehlt.
KI vs. Biologie: Warum Chatbots (noch) nicht denken
Im letzten Teil spannt Bennett den Bogen zur modernen Künstlichen Intelligenz. Er analysiert, dass heutige KI-Systeme oft versuchen, menschliche Intelligenz zu imitieren, ohne die evolutionären Zwischenschritte durchlaufen zu haben. Während Sprachmodelle (wie GPT-4) statistische Wunderwerke sind, fehlt ihnen oft ein verankertes Weltmodell und echte Zielgerichtetheit (Intentionalität), die biologische Wesen durch das Mentalisieren entwickelt haben. Das Buch regt zum Weiterdenken an: Um eine echte „Artificial General Intelligence“ (AGI) zu schaffen, müssen wir vielleicht nicht nur mehr Daten füttern, sondern die architektonischen Prinzipien der fünf biologischen Durchbrüche – wie das Simulieren von Welt und Selbst – in Silizium nachbauen.
Das Buch in einem Satz
Max Bennett entschlüsselt die Geschichte unseres Gehirns anhand von fünf evolutionären Meilensteinen und zeigt eindrucksvoll, warum wir denken, wie wir denken – und was Maschinen noch fehlt, um uns wirklich einzuholen.
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